5. Die Überwinterung
Hat der Igel auch mit Hilfe zum Wintereinbruch sein Winterschlafgewicht (mindestens 600 g) noch nicht erreicht, kann die Überwinterung in menschlicher Obhut sinnvoll sein.
Der beste Ort ist ein kalter Raum, besser der Balkon, die Terrasse oder das Gartenhäuschen. Kellerräume sind häufig zu warm, denn wenn die Umgebungstemperatur 6°C überschreitet, fallen die Igel in einen Dämmerschlaf, der aber sehr kräftezehrend ist.
Das Schlafhäuschen setzt man nun in einen Karton von ca. 40 cm Kantenlänge, in das man ein Schlupfloch schneidet. Den Zwischenraum füllt man mit zusammengeknülltem Zeitungspapier. Die Umzäunung sollte etwa 50 cm hoch sein.
Futter muss man solange zur Verfügung stellen, bis es nicht mehr angerührt wird. Das kann schon einmal 3 Wochen dauern. Lässt der Igel sich dann nicht mehr blicken, klebt man ein Blatt Toilettenpapier vor den Eingang: So kann man prüfen, ob er sein Häuschen tatsächlich nicht mehr verlässt. Stets frisches Wasser sollte man ihm aber während des ganzen Winters anbieten. |
6. Die Auswilderung
Im nächsten Frühjahr, wenn der Igel aus dem Winterschlaf aufwacht, ist es Zeit, ihn auf die Auswilderung vorzubereiten: Als erstes muss er wieder zu Kräften kommen und seine Muskeln trainieren.
Hat man einen Garten zur Verfügung, kann man dort ein Freigehege errichten, dass mindestens 4 qm groß ist. Die Umzäunung sollte etwa 50 cm hoch sein und 15 cm in die Erde reichen. Als Inneneinrichtung stellt man ein Schlaf- und Futterhäuschen bereit. Ende April, sobald es draußen deutlich milder ist, füllt man das Schlafhäuschen mit Stroh und setzt den Igel hinein.
Die endgültige Auswilderung geschieht möglichst am Fundort. Igel haben ein sehr gutes Gedächtnis und finden sich schnell wieder zurecht. Leider ist der ursprüngliche Fundort nicht immer sehr Igel-freundlich, da er z.B. an einer dicht befahrenen Straße liegt. Dann ist es Ihre Aufgabe, einen neuen Lebensraum zu finden. Als Gartenbesitzer kann man einfach das Törchen des Freigeheges öffnen, und der Igel kann den Zeitpunkt der endgültigen Auswilderung selbst bestimmen. Ist das nicht der Fall, sucht man einen Platz am Rande von Siedlungen, die viel Grün aufzuweisen haben, oder man findet einen Waldrand mit vielen Sträuchern zum Verstecken. 
Die eigentliche Auswilderung findet abends statt. Man sollte lange Irrfahrten möglichst vermeiden, also den neuen Lebensraum zuvor ausgekundschaftet haben. Dann sucht man nach einer geschützten Stelle, baut ein Heunest, legt etwas Futter aus - und verabschiedet sich.
|