4. April 2015

Krötenwanderung im Voßnacken

FOTO: Jörg Schimmel

Jährlich bieten Elisabeth Przybylski und Jürgen Fröchte vom BUND-Herne zu Beginn der Krötenwanderung im März eine Exkursion in Zusammenarbeit mit der VHS an.

Mit beginnendem Frühjahr setzt im März die Zeit der Amphibienwanderungen ein. Steigende Temperaturen und Regen locken Kröten, Molche und andere Lurche aus ihren Winterquartieren. Die Tiere streben dann in großer Zahl zu ihren Laichgewässern - eine gefährliche Wanderung, wenn dabei Straßen zu überqueren sind. Das Naturschutzgebiet "Voßnacken" in Herne-Börnig beherbergt besonders viele Amphibien.

Bei der Exkursion wurden Schutzmaßnahmen für die wandernden Amphibien und die Gründe für den starken Rückgang der Population im Voßnacken erläutert.

Die Erdkröte - Lurch des Jahres 2012

Plump, warzige Haut und goldene Augen: Erdkröten sind bekannt und auch bei uns im Ruhrgebiet noch ziemlich häufig anzutreffen. Kein Wunder, denn sie leben auch gern in Wäldern, Parkanlagen und Gärten. Sie gehören zu den wenigen Amphibien, deren Kaulquappen auch in Gewässern mit Fischbesatz überleben können, da sie von den meisten Fischen nicht gefressen werden. Daher können sich Erdkröten auch in Park- und Gartenteichen noch vermehren.

Trotzdem sind die nützlichen Ungeziefer-Vertilger gefährdet. Vor allem auf den Straßen finden viele Kröten bei der Wanderung zum Laichgewässer den Tod. Daher werden wenn möglich im Frühjahr Straßen gesperrt oder mit provisorischen Zäunen versehen. Ehrenamtliche Helfer tragen dann in regnerischen Nächten die Amphibien über die Straße und bringen sich dabei mitunter selbst in Gefahr. Besser sind daher feste Leiteinrichtungen und „Krötentunnel“ unter der Straße. Der Bau dieser Anlagen verursacht aber nicht nur Kosten, sondern ist in der Ausführung auch nicht so ganz einfach, wenn sie denn funktionieren sollen. Hier wird immer noch viel falsch gebaut, obwohl die technischen Regeln dafür existieren.

Außerhalb der Laichzeit führen die Erdkröten ein verstecktes Leben an Land und nur selten bekommt man sie tagsüber einmal zu Gesicht. Wer sie in seinem Garten haben möchte, sollte für einige „wilde Ecken“ wie Laubhaufen, Natursteinmauern, heimische Hecken usw. sorgen. Auch ein naturnaher Gartenteich ist zu empfehlen, wobei darauf zu achten ist, dass die Tiere glatte Wände nicht gut erklettern können. Wir brauchen also Bepflanzung und zumindest teilweise flache Ufer. Da die Kröten an Land überwintern, reicht eine Tiefe von ca. 40-50 cm schon aus. In der Fläche darf es aber gern „etwas mehr“ sein, denn Erdkröten lieben größere Gewässer. Der Laich sieht aus wie schwarze Perlenschnüre und wird im Wasser um Pflanzenstängel gewickelt.

Erdkröten sind geschützt und dürfen nicht in der Natur weggefangen werden, um sie z. B. im eigenen Garten auszusetzen. Da sie meist standorttreu sind, würden sie auch ohnehin versuchen, wieder abzuwandern.

In Herne lebt der größte Bestand an Erdkröten im Naturschutzgebiet Voßnacken.



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