Feuersalamander-Projekt Herne

13. März 2026 | Biotoppflege

Hinweisschild Salamanderpest (Foto: BUND Herne)

Die Stadt Herne ist arm an Grünflächen, hat aber mit dem NSG Langeloh und dem LSG Gysenberger Wald einen bedeutenden Naturraum mit Laubwald, kleinen Bächen und –bisher- einen vergleichsweise großen Bestand an Feuersalamandern.

Die Salamanderpest

Nach Ausbruch der Salamanderpest (Bsal) ca. 2020 konnten trotz intensiver Suche nur noch sehr wenige Rest-Exemplare lebend gefunden werden, dafür aber säumten damals über 300 Tiere die Wegränder  im Wald. Bei dem Erreger (  Batrachochytrium salamandrivorans  ) handelt es sich um einen vermutlich aus dem asiatischen Raum eingeschleppten mikroskopischen Pilz, gegen den unsere Feuersalamander keine natürlichen Abwehrkräfte haben. Der Pilz zersetzt die Haut der Salamander, sodass man ihn auch mit dem deutschen Namen "Salamanderfresser-Pilz" bezeichnet. Der Erreger kann nicht nur auf den Salamandern existieren, sondern auch z.B. auf Kröten und Molchen, die zwar am Befall i.d.R. nicht sterben, aber den Pilz weitertragen können. Vor allem erfolgt die Verbreitung aber durch menschliche Aktivitäten, so ist die Verschleppung auch möglich, wenn man ein verseuchtes Gebiet durchwandert hat und vielleicht am nächsten Tag mit den noch schmutzigen Schuhen in einem anderen Gebiet unterwegs ist. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass das Ruhrgebiet besonders betroffen ist. Die ersten Fälle von Bsal traten übrigens in den Niederlanden auf, wo die ohnehin geringen Bestände fast komplett zugrunde gingen. Die nächsten Fälle betrafen die Eifel und dann machte der Erreger den Sprung ins Ruhrgebiet, zunächst nach Essen und dann auch nach Herne / Bochum.

Daher sind Beim Betreten von Feuersalamander-Lebensräumen unbedingt die einschlägigen Hygienemaßnahmen zu beachten:

https://www.lanuk.nrw.de/themen/natur/artenschutz/amphibienkrankheiten

 

Zum Mitmachen: Unser Nachzuchtprojekt

Ausgehend von einigen schon lange vor Bsal in Gefangenschaft lebenden Tieren, ergänzt durch Larvenfänge (aus Roßbach, Ruhmbach und Mühlenbach) begann die BUND-Kreisgruppe Herne mit einem Ex-Situ-Projekt zum Erhalt der Herner Feuersalamander.

Unsere Ausgangstiere pflanzen sich regelmäßig fort. Die Jungtiere wurden bisher an rund zehn Personen/Familien vermittelt und werden nun in Terrarienhaltung weiter aufgezogen. Wir stehen in losem Kontakt mit den Haltern und Halterinnen und treffen uns ein- bis zwei Mal im Jahr zum Austausch oder zu einer Exkursion.

Die Jungtiere werden unentgeltlich weitergegeben und müssen von ihren neuen Besitzern bei der Behörde (Untere Naturschutzbehörde Herne) angemeldet werden.

Über die Beteiligung weiterer Salamanderfreunde und –freundinnen würden wir uns freuen !

Einen ersten kleinen Überblick bietet die hier zum Download angebotene "Kurzinfo Salamanderhaltung".  

Kurzinfo Salamanderhaltung

Download Kurzinfo (gültig bis 14.03.2027):

https://c.gmx.net/@326653928894634445/31flECByiNfEs1QWk8BjQg

Wir beraten Sie dann aber auch individuell.

 

Bei Interesse schicken Sie uns einfach eine E-Mail:

Email: info(at)bund-herne.de

Unsere Projektleitung (Jürgen Fröchte, Elisabeth Przybylski) wird sich dann bei Ihnen melden.

 

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