Gesunder Feuersalamander (Foto: BUND Herne)

Kurz-Info Salamanderhaltung 

In dieser kleinen Übersicht soll kurz zusammengefasst werden, was bei der Haltung von Feuersalamandern wichtig ist. 

Unterbringung:

Junge Feuersalamander bringt man am besten in einer sog. „Faunabox“ unter (Kunststoffbehälter aus dem Zoohandel, mit luftdurchlässigem Deckel) oder man verwendet ein Terrarium aus Glas. Man kann auch ein ausgedientes Aquarium nutzen oder eine einfache Plastik-Stapelbox aus dem Baumarkt (hier würde man dann in den Deckel noch eine Lüftungsöffnung schneiden und Gaze darüber kleben).

Für ca. 5-8 Jungtiere sollte ein Behälter von ca. 50 x 30 cm für die ersten Monate reichen. Die Höhe ist gegenüber der Grundfläche nicht so wichtig, da Salamander nicht gern klettern. Vor allem Jungtiere sind aber in Lage, an glatten Wänden hochzukriechen, daher ist ein Deckel wichtig (oder ein Terrarium, das oben zumindest nach innen ragende angeklebte Glasstege hat). 

Wenn die Tiere größer geworden sind, brauchen sie mehr Platz, d. h. ein richtiges Terrarium von 80 cm Länge oder mehr. Hier sollte dann auch ein kleines Wasserbecken für die Geburt der Larven nicht fehlen. Eine zu beengte Haltung begünstigt die Ausbreitung von Krankheiten bzw. erfordert einen häufigeren Austausch des Boden-Substrates. 

 

Aufstellung: 

Als Waldbewohner mögen Salamander es eher kühl und etwas feucht. Die Temperaturen sollten auf Dauer die 22-25 Grad nicht überschreiten. Im Sommer sind auch 25 Grad noch kein Problem, aber darüber hinaus wird es dann doch langsam kritisch. Anders als bei der Haltung von Exoten müssen wir keine Heizung oder Beleuchtung haben, was natürlich auch von den Kosten her sehr angenehm ist. Ein Platz im Dachgeschoss ist wegen der Hitze im Sommer ungünstig. 

Auch im geheizten Wohnzimmer sind Feuersalamander nicht gut unterbracht. Gut geeignet ist z.B. ein Hobby- oder Abstellraum, Gartenhaus, ein kühler Keller usw. Solche Räume sollten über ein Fenster verfügen, damit die Tiere einen gewissen Tages-Rhythmus mitbekommen. 

Das Terrarium soll niemals in der prallen Sonne stehen, etwas Dämmerlicht reicht vollkommen aus. Man kann ein Terrarium auch nach draußen in den Garten oder auf den Balkon stellen. Das tut den Tieren gut, aber man muss darauf achten, dass der Behälter nicht plötzlich in der Sonne überhitzt, bei Regen geflutet wird oder Frost abbekommt… 

In einem Freilandterrarium im Garten können die Tiere das ganze Jahr bleiben, sofern man einen frostsicheren Unterschlupf vorsieht. Das ist eine sehr gute Haltungsmöglichkeit, die beim Bau durchaus viel Arbeit macht, aber danach kaum Aufmerksamkeit braucht, weil die Tiere hier sehr naturnah leben können und weitgehend alles allein machen. 

 

Feuchtigkeit: 

Leicht feucht halten, aber niemals nass. Man kann das Substrat mittels Blumensprühflasche anfeuchten. Eine kleine Wasserschale (flacher Blumenuntersetzer) ist praktisch, weil die Tiere sich dann selbst mit Feuchtigkeit versorgen können. Einrichtung des Terrariums: Der Bodengrund kann z. B. aus Lehm oder Walderde bestehen. Dazu Versteckplätze (Rindenstücke, Tonscherben von Blumentöpfen (halten gut Feuchtigkeit). Kleine flache Wasserschale (s.o.). 

Sich die Einrichtung des Terrariums aus dem Wald zu besorgen, war immer eine gute und billige Möglichkeit. Und man hatte dann auch gleich viele nützliche kleine Bodenlebewesen mit darin. Mittlerweile ist aber nicht auszuschließen, dass man sich mit Substrat aus dem Wald auch Sporen vom Salamanderpilz (Bsal) einschleppt! Daher den Bodengrund (z.B. „Forest Bark“ (Rinde von der Douglastanne von der Fa. Exo-Terra, Pinienborkenhumus von Fa. Namiba-Terra o.ä.)) als Beutelware besser im Zooladen kaufen. 

Wenn man Pflanzen im Terrarium haben möchte, ist Efeu z.B. eine gute Wahl. 

 

Futter: 

Salamander fressen Regenwürmer, kleine Nacktschnecken, Asseln, Spinnen usw. die man im Garten sammeln kann (aus o.a. Grund besser nicht im Wald sammeln gehen). Und im Zooladen (z.B. Zoo Zenner (Herne)) bekommt man Mehlwürmer, Heimchen, Mückenlarven und andere Futtertiere. Für Jungtiere sind rote Mückenlarven (eigentlich ein Futter für Zierfische) gut geeignet, die man auf einem feuchten Papiertuch anbietet. Auch Mikro-Heimchen oder flugunfähige Fruchtfliegen (Drosophila) fangen die jungen Salamander. 

Ein weiteres gutes Futter sind die Raupen der Wachsmotte, die sehr lebhaft krabbeln und auch bei zögerlichen Fressern den Fangreflex auslösen. Man kann die Salamander auch von der Pinzette einzeln füttern. Das bietet sich an bei Futtertieren, die sich im Bodengrund verkriechen und dort später verwesen würden (z.B. Regenwürmer). 

Die Salamander erlernen die Fütterung von der Pinzette nach einer gewissen Zeit und kommen dann schon erwartungsvoll aus ihren Verstecken, wenn sie bemerken, dass sich am Behälter etwas tut. 

 

Zeitaufwand: 

Für einige junge Salamander vielleicht 5 Minuten pro Tag für die Kontrolle der Feuchtigkeit und die Fütterung. Wenn man mal gar keine Zeit hat: Es muss nicht jeden Tag gefüttert werden. Erwachsene Tiere bekommen z.B. nur ein- bis zweimal in der Woche 1-2 Heimchen oder einen Regenwurm. 

Bei Jungtieren ist es besser, öfter etwas zu geben, damit sie erst einmal schön wachsen. Gut genährte Tiere überstehen auch ohne Probleme eine Urlaubszeit von 2-3 Wochen. 

 

Literatur: 

Schorn/Kwet: Feuersalamander. Lebensweise, Haltung, Nachzucht. Natur und Tier-Verlag. 24,80 €.

 

Jürgen Fröchte